Eltern in der Schule E.I.S.

Vor drei Jahren haben wir ein Projekt gestartet, das von der UNESCO entwickelt wurde und schon in einigen Hamburger Schulen durchgeführt wird. Diese Projekt heißt „Family literacy“. Dieses Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die Benachteiligung von Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern zu entschärfen. Es ist ein Bestandteil familienorientierter Bildungsarbeit und bemüht sich besonders um eine Verbindung zwischen familialer Spracherziehung und institutioneller Sprachbildung.  

Als einer der bedeutendsten Risikofaktoren für den Schriftspracherwerb gelten mangelnde Erfahrung mit Sprache und Schrift in der Vorschulzeit. Wie die PISA-Studie gezeigt hat, ist gerade in Deutschland der Schulerfolg der Kinder in hohem Maße abhängig vom Bildungshintergrund der Eltern. Besonders gefährdet sind Migrantenfamilien. Durch eine verstärkte Kooperation mit den Elternhäusern und besonders den Müttern, soll dieser Risikofaktor entschärft werden. Das Projekt heißt „E.i.S.“ (Eltern in der Schule). Es soll vor allem präventiv in der Vorschule und in Klasse 1 eingesetzt werden.

Interessierte Eltern werden zu festen Zeiten in den Unterricht integriert. Sie können mit einer kleinen Gruppe (2-6 Kinder) z.B. Spiele spielen, ein Buch lesen, ausschneiden oder malen und ihre Kinder und die Arbeit der Lehrerinnen dadurch unterstüzen. Die Eltern werden dabei angeleitet und begleitet. Dabei können sie lernen, wie die Lehrerinnen mit den Kindern umgehen (Lernen am Modell) und welche didaktischen Grundprinzipien die Schule verfolgt. Sie finden so einen Zugang zu den Bildungsinhalten.

Übungsfelder sind:

+ Sprachenvielfalt als Bereicherung

+ Zuhören und Sprechen

+ Buchstaben

+ Gestaltung von Schrift

+ Schreiben und Kreativität

+ Erzähl-, Gesprächs- und Vorlesetechniken

+ Feinmotorische Übungen

+ Psychomotorische Übungen

+ Kennenlernen und Nutzen von Bildungsmöglichkeiten im Stadtteil.

Zusätzlich gibt es thematische Elternabende und gemeinsame Exkursionen. Durch den verstärkten Elternkontakt können schulische und häusliche Erziehung miteinander kombiniert und verzahnt werden, um so für viele Kinder einen größeren Erfolg zu gewährleisten.